Max-Elfinger-Halle

Achtung!!!!

Wegen Corona Lockdown kein Sporthallenbetrieb vom 02.11.- 20.12.2020.

In der 22 x 42 m großen Gemeindehalle können sämtliche Hallensportarten betrieben werden.

Auch eine kleine Sauna (bis zu 4 Personen) steht in der Halle zur Verfügung (Saunamarken sind für 10,- Euro in der Gemeindekasse erhältlich)

Reservierungen für die Hallen- und Saunanutzung werden von Frau Roel in der Gemeindeverwaltung entgegengenommen.

Hausmeister der Max-Elfinger-Halle ist Maik Polster (erreichbar über die Schule oder die Gemeindeverwaltung).

 

Gefördert vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und reaktorsicherheit aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages.

Mit der Nationalen Klimaschutzinitiative initiiert und fördert das Bundesumweltministerium seit 2008 Projekte, die einen Beitrag zur Senkung der Treibhausgasimessionen leisten. Ihre Programme und Projekte decken ein breites Spektrum an Klimaschutzaktivitäten ab: Von der Entwicklung langfristiger Strategien bis hin zu konkreten Hilfestellungen und investiven Fördermaßnahmen. Diese Vielfalt ist Garant für gute Ideen. Die Nationale Klimaschutzinitiative trägt zu einer Verankerung des Klimaschutzes vor Ort bei. Von ihr profitieren Verbraucherinnen und Verbraucher ebenso wie Unternehmen, Kommunen und Bildungseinrichtungen.

Förderkennzeichen:

KSI: Mehrzweckhalle Schweitenkirchen Sanierung Beleuchtung (03K02086)

KSI: Mehrzweckhalle Schweitenkirchen Sanierung Lüftungsanlage (03K02006)

Weitere Informationen finden Sie auch im Internet beim BUMB und beim Projektträger Jülich.

Weitere Förderungen erhält die Gemeinde Schweitenkirchen vom Freistaat Bayern nach Finanzausgleichsgesetz (FAG).

 

Aus der Rede von der Planerin Rita Obereisenbuchner:

Die Max-Elfinger-Halle in Schweitenkirchen kennt beinahe jeder im Landkreis. Bei den Sportlern war die Halle immer schon bekannt und bei den Fußballern berüchtigt wegen dem harten Hallenboden. Generationen von Schülern kannten sie als die grüne Sporthalle und viele Bürger kennen sie vom jährlichen Pfingstvolksfest und von den prominenten Politikern, die hier ihren Auftritt hatten.

Interessanterweise hat die Halle schon kurz nach der Errichtung im Jahr 1983 weit über die Region hinaus für einiges Aufsehen gesorgt. In einer großen Fachzeitschrift wurde die Stahlkonstruktion und das außergewöhnliche Energiekonzept unter der Überschrift „Im Dialog mit der Sonne“ gelobt:

„Als Sporthalle für die benachbarte Schule, zum Tennisspielen und für gelegentliche festliche Veranstaltungen war ein Bau zu entwerfen. Mit Rücksicht auf Landschaft und Maßstab der angrenzenden Häuser ist der Bau zur Hälfte in der Erde und mit seinem rückwärtigen Teil in einen Hang eingesenkt. Außerdem wurden die Längsseiten gegeneinander geneigt und damit das Bauvolumen optisch noch weiter reduziert. Die Südwand ist ganz verglast und bildet mit ihrer Neigung von 45° optimale Verhältnisse für ein solares Heizsystem.“

Zur Erbauungszeit bekam sie im Rahmen des deutschen Stahlbaupreises eine Auszeichnung. Das ist auch deshalb bemerkenswert, weil sie damit in einer Reihe mit so bedeutsamen Bauwerken wie dem Diözesanmuseum in Eichstätt, der Eislaufhalle im Olympiapark in München und der Philharmonie in Köln steht.

Die Mehrzweckhalle wurde von Architekt Alexander Pagenstecher und den Tragwerksplanern Ferdinand Rössl und Harry Jüdes entworfen und geplant. In den Bestandunterlagen haben wir erste Entwurfsskizzen gefunden und das ist eine sehr spannende Aufgabe, die Ideen der Kollegen im gebauten Zustand vorzufinden und dann weiter zu entwickeln.

Der Achitektenkollege Alexander Pagenstecher hat schon in Zeiten weit vor der Energieeinsparverordnung auf sehr originelle Weise darüber nachgedacht hat, wie die Energie der Sonne für die Wärmeversorgung genutzt werden kann. Das robuste Kollektorsystem aus zweckentfremdeten Heizkörpern wird beibehalten und in die Energieversorgung integriert. Die schwarz angestrichenen Kollektorflächen sind überraschend einfach konstruiert und wie sich inzwischen gezeigt hat, sehr wirkungsvoll.  

 

Seit dem Frühjahr 2016 wurde eine Generalsanierung durchgeführt um die Haustechnik zu sanieren, einen zeitgemäßen Ausbaustandard herzustellen und den Brandschutz zu ertüchtigen. Es gibt nun zusätzliche Fluchttüren aus der Hallenebene, so dass die Personenrettung in kürzester Zeit auch bei Veranstaltungen ermöglicht ist. Die Luftheizung wurde zurückgebaut, weil sie äußerst unwirtschaftlich ist und stattdessen wurde eine Fußbodenheizung in den neuen Sportboden integriert. Die Wandbekleidung war im Laufe der Jahre und durch verschiedene Wasserschäden recht schadhaft und wurde durch die Wandbekleidung aus Echtholz ersetzt, die auch die vorgeschriebene Prallwandeigenschaft besitzt und zudem schalldämpfend wirkt. Die Tribüne, die vor vielen Jahren einmal in Eigenleistung eingebaut war, wurde statisch ertüchtigt. Die Beleuchtung wurde auf LED umgestellt. Die gesamte Heizungs- und Trinkwasserinstallation wurde erneuert und eine dringend notwendige Lüftungsanlage eingebaut. In Zukunft kann außerdem quergelüftet werden, es gibt Lamellenfenster in der Aussenwand, die Rauchabzüge können geöffnet werden und die Fenster im Norddach können ebenfalls geöffnet werden. Es wurden neue Umkleiden gebaut, neue Duschanlagen installiert, die Oberlichtfenster an der Nordfassade getauscht, im gesamten Gebäude neue Bodenbeläge verlegt, die Hauptzugangstür erneuert, die Fassadenbekleidung gebaut, eine Sauna eingebaut, eine Brandmeldeanlage installiert, zahlreiche Brandschutztüren eingebaut, eine Schließanlage montiert, alles verputzt, gestrichen und gespachtelt. Die Halle ist bis auf ein paar kleine Details und Nachbesserungen nun wieder betriebsbereit und steht in Kürze den Sportvereinen zur Verfügung. Und ich glaube und hoffe, es ist uns gelungen: Die außergewöhnliche, filigrane Stahl-Glas-Konstruktion wird nahezu unverändert erhalten und das Ergebnis haben Sie heute vor sich. Diese verzinkten Stahlprofile haben eine Rauheit an sich, die an Industriearchitektur erinnert. Mit den feinen Holzverkleidungen entsteht ein Spannungsfeld zwischen alt und neu, zwischen eleganter Gestalt und robuster Tragfähigkeit. Das Ziel war, der Halle mit großem Respekt zu begegnen und die neuen Elemente sehr zurückhaltend und vorsichtig anzufügen. Die Grundidee des Entwurfs bleibt unverändert erhalten und wird durch Elemente wie der Fassadenbekleidung aus waagrechten Holzlamellen neu interpretiert. Der Umgang mit dem Gebäude wurde von uns genauso respektvoll angegangen, als hätten wir ein Denkmal vorgefunden.

Ich möchte mich sehr herzlich bei Herrn Bürgermeister Albert Vogler und bei den Gemeinderäten bedanken. Beim Bauen im Bestand hat der Bauherr gute Nerven aus Stahl bewiesen und hätte dafür eigentlich einen eigenen „Stahlbaupreis“ verdient.

Ein freundlicher Gruß in Gedanken gilt unserem verstorbenen Freund und Tragwerksplaner Matthias Triebenbacher. Die Tage im vergangenen Spätsommer 2016 waren aufregend: die neuen Fluchtwegtüren waren gerade aus dem Beton gesägt, die gesamte Innenbekleidung abgebaut und die Hiobsbotschaft kam per Telefon vom Schlosser, der die Unterkonstruktion für die neuen Türöffnungen einbauen musste: „Warum sind die Stahlstützen von der Halle eigentlich alle so verbogen?“ Das sind diese Momente, in denen einem der Atem stockt und der Adrenalinpegel gewaltig ansteigt. Innerhalb weniger Tage hatte Herr Triebenbacher den Zustand untersucht und festgestellt, dass die Umbauten an den Außenwänden jedenfalls nicht Ursache für die verbogenen Stützen waren. Der Tragwerksplaner Herr Rössl, der die Hallenstatik erstellt hatte kam trotz seiner über 80 Jahre zum Ortstermin und konnte noch die Grundlagen seiner Entwurfsstatik erläutern. Ein Prüfstatiker wurde beratend hinzugezogen und eine aktuelle Statik auf Grundlage derzeitiger Normen mit (jetzt: gekrümmten) Stahlstützen wurde erstellt und damit eine Unbedenklichkeit für eine künftige Nutzung nachgewiesen. Erst dann konnte die Baustelle weitergehen.

Vielen Dank auch an die Planerkollegen vom Ingenieurbüro Glasmann Ingenieure Thomas Ledwolorz und Jörn Kessler. Das hat durchaus etwas Verbindendes, wenn man gemeinsam immer wieder noch ein unbekanntes Kabel, noch ein undichte Wasserleitung und ein weiteres nicht funktionierendes Bauteil findet, aus dem Wasser tropft, das möglicherweise unter Strom steht und dessen Sinn man erst nach langem gemeinsamen Nachdenken erkennen kann. Jetzt ist alles wohlgeordnet und haustechnisch sauber aufgeräumt und auf neuen Stand gebracht.

Ein großes Dankeschön an meine Mitarbeiterin und Kollegin Frau Marianne Weichenrieder, die vom Entwurf bis zur Bauleitung jedes Detail der Halle kennt und mit Geduld, Ausdauer und Tatkraft eine ganz wunderbare Gestaltung verwirklicht hat.

Ohne die vielen tatkräftigen ausführenden Firmen blieben alle Ideen nur schöne Phantasie. Die Umsetzung im Bestand ist eine sehr mühsame und anstrengende, meist äußerst staubige Angelegenheit. Vielen Dank an alle Handwerker, die die Ideen verwirklicht haben.

Etwas möchte ich zum Schluss nicht vergessen: mein Dank gilt auch der Generation vor uns. Herr Altbürgermeister Elfinger und die Gemeinderäte der damaligen Zeit hatten den Mut, über den regionalen Horizont hinauszublicken und eine Halle mit außergewöhnlicher Architektur errichten zu lassen.

Das Pfingstvolksfest 2017 wäre so ein schöner Leistungstest für die vielen neuen Lüftungsöffnungen geworden – und jetzt ist Regenwetter …

Ich wünsche Ihnen ein schönes Volksfest und viel Freude an der Mehrzweckhalle !