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BrauereiführungenDie kleine Geschichte des BieresWill man Forschern Glauben schenken, hatten prähistorische Höhlenbewohner schon früh erkannt, dass zermahlenes Getreide durch Gärung ein leicht bitteres, seltsam prickelndes Gebräu ergab.
Die Ursprünge des „richtigen“ Bierbrauens reichen bis in die Frühgeschichte zurück. Als die Summerer um die Wende vom 4. zum 3. Jahrtausend vor Christus in Mesopotamien die erste städtische Hochkultur der Menschheit entwickelten, gehörte der bierähnliche Trunk dazu. Seine berauschende Wirkung wurde als Gnade der Götter empfunden. Die Summerer maischten, sotteten und vergärten, sie haben die Braukunst in die Welt gesetzt. Keilschrifttafel belegen, wie wichtig Brauer für die Ernährung waren: Sie brauchten keinen Kriegsdienst leisten.
Die Babylonier verfeinerten das Brauwesen. Als "tägliches Brot" standen ihren Boten zwei Kannen Bier zu. Der Arbeitslohn für Beamte betrug drei, für Oberverwalter sogar fünf Kannen. König Hammurabi ließ um 1670 v.Chr. die erste Preis- und Bierverordnung in die älteste Gesetzessammlung der Welt meißeln. In Ägypten gerieten priesterliche Trankopfer zum Gelage. Man saß vor Tonkrügen und saugte den Gerstensaft mithilfe langer metallener Röhrchen. Wer es sich leisten konnte, brachte für den Heimweg Hängematte und zwei Sklaven mit – eine interessante Lösung, wenn auch nicht mehr ganz im Trend der Zeit.
Im Mittelalter war es üblich, dem Bier so ziemlich alles zuzusetzen, was der Kräutergarten hergab: Anis, Kümmel, Rosmarin, Wacholder, Stechapfel, Lorbeer, Enzian. 1516 wurde der Obrigkeit das Treiben schließlich zu bunt. Der bayerische Herzog Wilhelm IV. erließ sein berühmtes Reinheitsgebot. Diesem Erlass zufolge durften zum Bierbrauen fortan nur noch Gerste, Hopfen und Wasser verwendet werden. Die Hefe kam erst später dazu, als man ihre segensreiche Wirkung entdeckt hatte, den Malzzucker in Kohlensäure und Alkohol aufzuspalten.
Das „Hopfenbier“ hatte einen besänftigenden Einfluss, der die potentiell aufrührerischen Untertanen ruhig stellte – eine durchaus willkommene "Nebenwirkung" für die Herrschenden. Ferner wurde damit sicher gestellt, dass die wertvolleren Getreidearten Weizen und Roggen für das Brotbacken reserviert blieben und nicht für das Bierbrauen "verschwendet" wurden. Heute gibt es in Deutschland rund 1.270 Brauereien, davon allein rund 640 in Bayern.
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